3.12.2007

Brauntöne, Demutspfeifen und Weihnachtsgeschichten

Liebe A., hiermit wären meine Recherchen erschöpft und weihnachtliche Diskussionsthemen vorerst erledigt:

"Die Demutspfeife ist ein Effektregister der Orgel, dessen historisches Vorkommen nicht auszuschließen ist aber auch nicht belegt werden kann.

Es handelt sich dabei um eine einzelne Pfeife in tiefer Lage, deren Ton unterhalb der Hörgrenze liegt. Um dieses zu erreichen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die Pfeife wird entweder so leise intoniert, dass ihr Schalldruck unterhalb der Hörschwelle (Hörgrenze) liegt, dies ist die preiswertere Variante, da nicht so große Pfeifen nötig sind, oder sie wird so tief gebaut, dass sie im Infraschallbereich, also bereits unterhalb des Hörbereiches liegt. Die entstehende und nicht lokalisierbare Schwingung wird vom Zuhörer als „Unwohlsein“ empfunden und soll damit ein Gefühl von „Demut“ (Unterwürfigkeit) auslösen.

Die oben erwähnten, subsonischen Schwingungen werden in der Regel jedoch von Oberschwingungen begleitet, die deutlich akustisch wahrnehmbar sind. Aufnahmebeispiele, eingespielt auf der Boardwalk-Hall-Orgel, welche über ein echtes 64'-Register verfügt, belegen dies eindrucksvoll. Unter diesem Aspekt erscheint es zumindest fraglich, ob die Konstruktion einer Pfeife, bei welcher alle Oberschwingungen hinreichend bedämpft werden, möglich ist.

In heutiger Zeit sind keine Demutspfeifen überliefert, da größere Orgeln den Infraschallbereich bereits mit ihren normalen Pedalregistern erreichen."

Ansonsten sei die heutige Illustration als visuelle Unterstützung bei diversen WG-Diskussionen gedacht - es verbleibt bis auf weiteres, in der Hoffnung, man möge sich wiedersehen,

Dein Manneken Pis

3.11.2007

Tagged by Manneken Pis

Manneken Piss hat beschlossen, eine neue Serie sinnloser Aktionen ins Leben zu rufen und unter einem neuen Label ("tagged_by") nennens- und beachtenswerte Urinale seiner unmittelbaren und vielleicht hin und wieder auch seiner entfernteren Umgebung vorzustellen und der geneigten Leserschaft netztechnisch öffentlich zugänglich zu machen.

Beginnen will er diese Serie heute mit einem ganz außergewöhnlichen Urinal, das hierzulande seinesgleichen sucht und von Antiquitätensammlern eigentlich hätte schon längst abmontiert, aufpoliert und über Ebay verscherbelt hätte werden müssen!

Zu finden ist Dieses in einem der leider vom Aussterben bedrohten urigen Original-Berg-&Schluchtenbewohner-Traditions-Gasthäusern inmitten der Stadt, die da Weltstadt sein möchte und sich noch nicht einmal auf eine zeitgemäße Fassade für heruntergekommene Warenwirtschaftsträume einigen kann.

Herr Herrmann Ettenauer ist Eigentümer dieser "Brunzkachel", welche sich nach Eigenbeschreibung in unmittelbarer Nähe zur ehrwürdigen Brutstätte zukünftiger Mediziner (selten aber doch auch Einheimische; ja - Manneken Pis ist ein Solcher bekannt!) und ähnlicher Doktoren befindet. Das kann Manneken Pis nur bestätigen, denn er selbst schlapft seit einiger Zeit regelmäßig wöchentlich freitags die 2 Gehminuten vom Pendlerumschlagplatz in Richtung "Kühle Blonde". Selbige wird von einer äußerst liebenswürdigen Bedienung serviert, die zwar leiderweise gleichnamig ist mit von Manneken Pis einst Angebeteten, im Gegensatz zu dieser aber immer ein offenes Ohr und - weit wichtiger noch - immer ein volles Glas für den Schreiber übrig hat!

Zu Erwähnen ist das heutige hochgelobte Urinal 1. aufgrund seines hohen Alters (vermutlich unmittelbar nach oder vor dem II. Weltkrieg installiert - genauere Datierung erst nach dem nächsten Besuch möglich!) und 2. wegen seiner einstmals traditionellen, inzwischen jedoch recht ungewöhnlichen Bauart.

Die Sache ist nämlich das Fallrohr, durch welches sich der körperwarme Rest der kühlen Blonden in die Sammelrinne und weiter in die Kanalisation stürzt. Es ist somit für den verspielten Abschüttler möglich, sich den Weg alles Irdischen genauer zu beschauen - was Assotiationen mit dem hier öffentlich angedachten, aber nie zu Ende geführten Gedanken zu Flach- und Tiefspülern erlaubt.

Mit einem passenden Liedzitat zum Schluss möchte Manneken Pis dazu ermuntern, diese Serie weiter zu verfolgen und genannte Örtchen zu besuchen...

"Es klappern die Mühlen am rauschenden Bach, klipp-klapp, schüttel ab..."

3.03.2007

Frühlingserwachen

Manneken Piss drückt der Schuh.

Besser gesagt, es drückt und zwickt ihn das Herz und es schlägt ihm selbiges bis zum Hals, wenn er sieht, was er sieht und zwecks Vermeidung von Herzschmerz nicht sehen will. Ja, Manneken Piss ist verliebt und sieht die Welt durch die rosarot getrübte Klobrille.

Mit der Liebe hatte er es in den letzten Jahren nicht so, teils mangels geeigneter Zielobjekte, teils aufgrund mehr egozentrisch nach innen gerichteter Emotionalität und diversen Sorgen und Problemen. Das scheint nun alles hinweggerafft, weg gespült von einem Tsunami der Hormone und Gefühle. Tja, es wird eben dieses Jahr früher Frühling, und auch Manneken Piss scheint nicht davor gefeit zu sein, es den Kaninchen und Vögeln gleich zu tun und mit den steigenden Temperaturen um die Wette zu werben und zu balzen.

Nur, es gibt ein großes Problem, und dieses ist jenes, welches alle bereits einmal unglücklich verliebt Gewesenen kennen und ihr Leid darüber zu teilen wissen. "Zielobjekt desinteressiert!" leuchtet es da in grellgrünen Lettern, wohin man sich im Balztanz auch wendet. Was soll man nun tun? Denn erstens ist man ein Mann, und selbige denken angeblich mehr mit dem, was sie vorderrücks so gern in Händen halten, und zweitens ist's ja nur die Chemie, die zwar zwischenmenschlich passen würde, jedoch nur einseitig für Verwirrung und geistige Umnachtung, feuchte Tag-Träume und irrige Hoffnungen sorgt.

"Komme was wolle!" ist ein großer Spruch angesichts dessen, und Manneken Piss trachtet danach, sich selbst in Selbstmitleid und mengenrabattvergünstigt erstandenem Gerstensaft zu ertränken. Komme was wolle - das Kopfweh morgen kommt bestimmt....

2.24.2007

Mutter, der Mann mit dem Koks ist da

Weil auch im Land der Berg- und Schluchtenbewohner Manneken Piss des öfteren Toiletten-Spülkästen vorfindet, die nicht weiß von möglicherweise von der Decke rieselndem Staub sind - und der Winter heuer ansonsten weitestgehend "schnee"frei war...

>>Laut einer Studie der Universität von Florenz wurde in den Abwässern der toskanischen Hauptstadt mehr Kokain als in der Millionen-Stadt London festgestellt. Die meisten Kokainmengen in den Gewässern wurden rund um Silvester und um die Sommerferien registriert. Die Studie wurde zwischen Juli und Dezember 2006 durchgeführt, berichteten italienische Medien. Laut den Experten seien in der 370.000-Einwohner-Stadt in sechs Monaten zwölf Kilo Kokain konsumiert worden, was über 482.000 Einheiten entspricht. Hinzu wurde ein Kilo Heroin verbraucht. Vor wenigen Tagen hatte der italienische Innenminister Giuliano Amato vor dem rasant wachsenden Kokain-Konsum in Italien Alarm geschlagen. "In Italien gibt es eine erschreckende Nachfrage nach Kokain", sagte der Minister. Monatlich werden 300 Kilogramm der Droge beschlagnahmt. Dabei sei dies nur die Spitze des Eisbergs. Italien habe laut Amato die Niederlande in Sachen Kokain-Konsum überholt. Nach Großbritannien und Spanien sei Italien auf Platz drei. Sieben Prozent geben zu, abhängig zu sein. "Das Problem ist, dass die Preise stark gesunken sind", so Amato.

(Quelle: www.tirol.com, 24.02.2007)

>>Die Deutschen koksen angeblich deutlich mehr als bislang angenommen: Darauf deuten erste Ergebnisse einer Studie zu chemischen Kokainspuren im Wasser deutscher Flüsse hin. "Spiegel Online" zitiert aus Analysen des Nürnberger Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP), wonach am Rhein bei Düsseldorf täglich die Abbauprodukte von rund 30 Kilogramm reinem Kokain von der Toilette in Richtung Klärwerk schwappen. Dem Bericht zufolge entfallen knapp elf Tonnen reines Kokain pro Jahr allein auf die rund 38,5 Millionen Menschen, deren Abwässer der Rhein bei Düsseldorf enthält. "Sind die Ergebnisse des IBMP korrekt, dann liegt die tatsächliche Zahl der Kokainkonsumenten offensichtlich deutlich über den bisherigen Annahmen", zitiert das Onlinemagazin den Experten Roland Simon vom Münchner Institut für Therapieforschung (IFT), das Bundesregierung und Europäische Union demnach mit den deutschen Kokainkonsum-Statistiken beliefert. Regierung und EU gehen laut "Spiegel Online" in aktuellen Veröffentlichungen davon aus, dass 0,8 Prozent der 18- bis 59-jährigen Deutschen mindestens einmal im Jahr koksen - das sind rund 400.000 Menschen. Auf die im Rhein nachgewiesen Spuren der Droge umgerechnet müssten dem Bericht zufolge 184.000 Menschen für einen Kokain-Jahresverbrauch von elf Tonnen verantwortlich sein. Dies würde aber bedeuten, dass ein Kokser 60 Gramm pro Jahr oder 164 Milligramm pro Tag reines Kokain verbraucht, rechnet das Onlinemagazin vor. Da die übliche Straßenprobe nach Angaben des Bundeskriminalamts aber nur einen Reinheitsgrad von 40 Prozent besitze, seien für den Durchschnittskokser täglich 411 Milligramm Pulver oder 16 Linien Kokain von je 25 Milligramm fällig. Dies sei jedoch "ein eher unwahrscheinliches Verhalten", hieß es in dem Bericht. Zugleich verwies "Spiegel Online" auf bisherige Schätzungen der Vereinten Nationen, wonach der durchschnittliche Kokain-Konsument in Mittel- und Westeuropa 35 Gramm reines Kokain pro Jahr nimmt. Hochgerechnet auf die bei Düsseldorf gemessenen Werte bedeute dies, dass sich in Deutschland nahezu doppelt so viele Menschen wie bisher angenommen dem Kokainrausch hingäben. Den Wissenschaftlern kam dem Bericht zufolge zugute, dass der Nachweis von Kokainkonsum recht leicht fällt. Die Droge wird im menschlichen Körper zu Benzoylecgonin (BE) abgebaut. Die vom Konsumenten ausgeschiedene Substanz ist demnach im Flusswasser auch nach einiger Zeit noch messbar.<<
(Quelle: www.gmx.net)

PS: Manneken Piss überlegt, sich aus Neugier und Kostengründen bei seinem nächsten Florenz-Ausflug die Wasser des Arno durch die Nase zu ziehen ;-)

2.23.2007

Back to the Future

Der Fasching ist überstanden und die sich über den Aschermittwoch hinaus tragenden Nachwirkungen beginnen abzuklingen. Manneken Piss blickt ernüchtert zurück auf die letzten für wahr turbulenten Tage seines Lebens und die zahlreichen mehr oder weniger produktiv auf der Toilette verbrachten Stunden (!).

Mit welcher Intensivität so mancher sich der Zelebration der Verrücktheit widmen und welche Exzesse des selbigen Leber zu überstehen varmag, erstaunt immer wieder auf's Neue. So geschah es auch Manneken Piss, daß er am Tag danach weiße Flecken auf der Landkarte seiner synaptischen Verbindungen erkennen musste und sich genötigt fühlt, sich hiermit vorsorglich für Manches zu entschuldigen! Die Betroffenen sind die Wissenden...

Als Entschuldigung führt Manneken Piss in der Hoffnung auf gnädige Anerkennung an, daß eben seit dem Besuch der ATEI in London die Ereignisse sich überschlagen, er unter schier unglaublichem Streß steht und große Verantwortungen zu tragen hat, was hie und da in eben ausgelassenem Dasein zur ersehnten Entspannung führen soll. Absofort aber dreht sich das Hamsterrad Alltag und es heißt, mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung Zukunft zu traben!

Zuletzt sei noch ein erheiternder Beitrag erwähnt, der sich auf die Diskussion um das unsachgemäße Abschütteln und daraus resultierende Rückstände im unteren Beinkleid begründet:
"Es ist zu dumm, daß man(n) mit dem Schniedel nicht (*schnief*) hochziehen kann wie mit der Nase den Rotz!" - Danke, Max!

2.18.2007

Alles Fasching?

Und wieder zieht - von Manneken Piss so unbemerkt geblieben wie der diesjährige Winter - ein weiterer Grund zu Feiern ins Land, ja, ist eigentlich aus Selbigem schon wieder abgezogen und hat mehr oder weniger deutliche Spuren hinterlassen. Zumindest Manneken Piss blieb bislang davor geschont, sich kostümieren und von den feiernden Massen der Berg- und Schluchtenbewohner mitreißen zu lassen, doch kommenden Dienstag, dem Anschluss dieser nicht nur das Wetter betreffenden Narretei, wird er schon ehrenhalber sich dem Ganzen hingeben und sich treiben lassen müssen.

Auf der Suche nach einer geeigneten Kostümierung, welche das Innerste zuäußerst kehrt und einen scherzhaften Einblick in das kahle Seelenleben gewährt, hat sich Manneken Piss zu einem Striptease entschlossen - frei nach dem Motto des nebenstehenden Fotos: "Be free - be nude - also if the weather is cold!".

Doch mag es dem geneigten und aufmerksamen Leser nicht entgehen, was Töchterlein mit Vaters Bestem Stück so treibt...

Manneken Piss mag so was nicht, es stößt ihm übel dabei auf, insbesondere wenn er daran denkt, was für Abscheulichkeiten ihm in den Weiten des W3 schon so alles begegnet ist!

Das W3 mag für jeden Spielwiese sein, doch irgendwo ist Schluss mit lustig. Der Spass fängt erst wieder an, wenn man feststellt, bei Google schon gaaaanz weit vorne anzustehen! Insbesondere, wenn man unmittelbar nach Wikipedia gereiht wird!
"Den geneigten Lesern sei Dank!", meint Manneken Piss zum Abschluss und schüttelt ab mit einem fröhlichen "Lei lei!"

2.14.2007

If I had a hammer...

"If I had a hammer
I'd hammer in the morning
I'd hammer in the evening
All over this land
I'd hammer out danger
I'd hammer out a warning
I'd hammer out love between my brothers and my sisters
All over this land"

Lee Hays, Pete Seeger

Der Aktionskünstler Pierre Pinoncelli (77) hat am 4.Januar 2006 die in der "Dada"-Retrospektive des Centre Pompidou gezeigte Ikone der Konzeptkunst mit dem Titel "La Fontaine" von Marcel Duchamp mit Hammerschlägen beschädigt.

Pinoncelli, der sich als Aktionskünstler begreift, wurde damit zum Wiederholungstäter, denn bereits bei einer Ausstellung in Nîmes im August 1993 widmete er sich diesem auf dem Kopf stehenden Urinal, indem er das Kunstwerk gemäß seiner ihm ursprünglichen Zweckbestimmung nutzte und sein Wasser darin abschlug. Damals kam er mit einer Geldstrafe davon.

Dass Pinoncelli beim zweiten Mal gegenüber demselben Objekt einen Hammer schwang, verrät dem Juristen unzweideutig eine sachbeschädigende, wenn nicht gar zerstörerische Absicht. Allein, die Sachlage ist komplizierter, denn Pinoncelli nimmt für sein Tun in Anspruch, eben damit die ursprüngliche Botschaft von Duchamps "La Fontaine", von 1917 wiederherstellen zu wollen. Tatsächlich war es erklärtermaßen Duchamps Absicht, mit diesem provozierenden Objekt ein überkommenes Kunstverständnis zu dekonstruieren.

Das gelang zunächst auch, allein, was einst als Protest und Beleidigung gemeint war, fand triumphale Aufnahme in den Kanon moderner Kunst: "La Fontaine" gilt heute als eines der Schlüsselwerke der Moderne.

Mit seinem Zerstörungsversuch, so Pinoncelli, habe er nur die ursprüngliche Intention von Marcel Duchamp wiederherstellen wollen, indem er dessen Konzept, die bislang geltende Definition von Kunst zu zerstören, beim Wort genommen habe.

Was den Fall zum weiteren kompliziert, ist, dass es sich bei dem beschädigten Objekt keineswegs um das Original von 1917 handelt, das verschollen ist, sondern um eine von 12 nummerieren Repliken, die ein Mailänder Galerist 1964 mit dem Einverständnis von Marcel Duchamp nach einer Fotografie des Originals von Alfred Stieglitz anfertigen ließ. Eine dieser zwölf Repliken wurde 1986 vom "Musée national d"art moderne", das Teil des Centre Pompidou ist, angekauft. Eben dieses Exemplar wurde von Pierre Pinoncelli beschädigt.

Dieses Monat schließlich wurde das Urteil gefällt, und Pierre Pinoncelli fasste drei Monate bedingt aus.

Manneken Piss beschließt, sein Blog ab sofort verstärkt dem Erhalt bedrohter Urinal-Arten zu widmen und sich bei den UN für die Erstellung einer Roten Liste eben dieser stark zu machen - angesichts der hier protokollierten Aktionen gegen Besonderheiten der thematisierten Gattungen eine wünschens- und förderungswerte Aktion!

2.13.2007

Wochenend und Sonnenschein

Zum wiederholten Male sorgen Pissoirs für Aufregung in unseren ach so bürokratischen Landen! Die Alpenrepublik, die sich angeblich stark macht für Kunst und Kultur - aber eben nur die Ihre, und diese ebeso reduziert auf einen einzigen, längst verstorbenen und bis in alle Bitterkeit verwursteten kreativ Schaffenden (welcher seinerseits der Überlieferung nach wohl die hellste Freude mit der hier Thema seienden Kunst gehabt hätte!) - eben dieses Land der Berg- und Schluchtenbewohner hat so seine Probleme mit dem Natürlichsten der Welt und dessen Auffang- und Entsorgungsbehältnissen, sofern diese eine nicht ganz so konventionell-alltägliche Form annehmen!

Ich darf zitieren:

"Auf der Weekender Herren Toile
tte sind seit Anfang Februar neue Pissoirs installiert, die für viel Aufregung sorgen: Unser Statement: Der Weekender ist ein Rock´n´Roll Venue und daher auch mit entsprechenden Bildern und Accessories ausgestattet. Die neuen Pissoirs (auf der Herrentoilette) sind - wie die meisten wohl wissen - an das Logo der legendären Band "The Rolling Stones" angelehnt. Der Mund ist das Trademark der Rolling Stones und wurde dem von Mick Jagger nachempfunden, weshalb jegliche Anschuldigung von Sexismus aus dem Weg geräumt sein müsste! Offensichtlich fühlen sich dennoch manche Personen nun persönlich beleidigt, was niemals im Sinn dieser Aktion und auch nicht beabsichtigt war. Rock´n´Roll war schon immer kontrovers und anscheinend ist der Weekender jetzt auch Bestandteil dieser Kontroverse. Falls Personen sich nun gedemütigt fühlen und wegen der Toilette deshalb unser Lokal nicht mehr besuchen wollen, bedauern wir dies sehr! Notiz am Rande: Der Designer dieser Pissoirs ist eine Frau! Das Weekender Management"

Manneken Piss sieht sich genötigt, dem Management seinen Gruß auszurichten und den Hut zu ziehen angesichts so viel Mut - nicht den Mut, sich "geile Lippen" an die Kacheln zu nageln, sondern in einer "Weltstadt" wie der hiesigen so ein Szene-Programm auf die Füße zu stellen!

Es lebe die Kunst und vor allem deren Freiheit, meint Manneken Piss, und schüttelt ab mit einem Gruß an alle linken, rechten und gemäßigten Chaoten, Bodenständigen und noch Unentschiedenen - bis die Tage, es werden noch sicher Berichte zum Thema folgen...

2.04.2007

Vom Gestern und Heute

<- Toilette im Tower of Londen

Die Zeit vergeht wie im Flug, zieht durch das Fenster, ehe Manneken Piss ihrer bewußt werden konnte - und wieder ein Tag, und wieder ein weißes Blatt Papier...

Was für ein Tag!

London hat Manneken Piss nicht nur als Stadt fasziniert und der Eintages-Trip dorthin in mystisch-esoterischem Sinne viel Bedeutung gewonnen. Freundschaften gestärkt und neue Bekanntschaften geschlossen, sich mit dem Gewesenen, dem Seienden und dem Zukünftigen auseinander gesetzt - Bestätigung und neue Ziele gefunden.

Manneken Piss erlebt die Tage seither um einige Stunden verkürzt, auch wenn sie sich nach wie vor in - je nach Gewohn- und Gewünschtheit - 43200 bis 28800 Augenblicke unterteilen lassen, oder eben 86400 Sekunden, wenn man gewillt ist, die Zeitspanne zwischen gestern und morgen technisch-detailliert in Häppchen zu zerteilen. Nein, es ist vielmehr das frühlingshafte Wiederaufkeimen der Sinnhaftigkeit von ehemals Visionen, nun sich anscheinend in Richtung Realität bewegender Ideen.

Manneken Piss hatte in London viel zu sehen, noch mehr zu bestaunen und eine Unendlicheit an Eindrücken zu verarbeiten. Hochleistungssport für die grauen Gehirnzellen, Kurz- und Langzeitgedächtnis, und die kleinen Hamster in der großen Nuß, die den Hals nach oben hin abschließt und verhindert, daß es ihm direkt in den Magen regnet, treten schneller in ihre Laufräder.

Das neue Jahr wird langsam alt, es ist erst der dritte Eintrag - aber schon der zweite Monat. Manneken Piss muss zur gegenwärtigen etwas pausieren, zu gegebener Zeit jedoch wird er wieder posten, was das Zeug und der Spiecherplatz hergibt.

1.27.2007

Auf zu neuen Ufern!

In seiner Eigenschaft als mit der Er-findung und -stellung von nach Möglichkeit die breite Masse unter- haltender Software Betrauter und sich seinen bescheidenen Lebensunterhalt Verdienener hat sich Manneken Piss auf die große Insel begeben, um dort die ATEI zu besuchen und sich ein Bild sowohl über die gegenwärtige als auch vermutlich zukünftige Situation am Markt zu verschaffen.

Der Billig- aber Gut-Flug hat sich wieder Erwarten zu einer amüsanten Unterhaltungsshow entwickelt - moderiert von einem müssiggängigen Stewart: "Let me now - Pause - present you or new - Pause -äh - Top-Product! These - Pause - Scratchingcards where you can win - Pause - ...". Neben dem Verkauf von Rubbellosen und einer reichhaltigen Palette von kalten und warmen Snacks, einer etwas eingeschränkteren Auswahl heißer und kalter Getränke oder Alkoholika wurden Manneken Piss Heizdecken, Rheumamatratzen, Katzenfelle und Angoraunterhosen feil geboten.

Gute ein oder zwei Stunden später - mit oder ohne eingerechneter Zeitverschiebung - setzte Manneken Piss' bevorzugtes Transportmittel in Stansted auf und er eroberte, bewaffnet mit Heizdecke und Rheumamatratze, eingehüllt ind Katzenfell und die Lenden mit Angoraunterhosen beschürtzt, die weite Welt der vereinigten Königreiche.

---


Inzwischen ist Manneken Piss wieder heimgekehrt und hat den Kopf voll mit den unterschiedlichsten Eindrücken - sobald er die Reizüberflutung bewältigt und sich sein Kopf vom ewigen "Rechts- und Links-Schauen" während der Sightseeing-Tour die Wackel-Dackelei abgewöhnt hat, wird er hier ausführlich seine Begeisterung kundtun.

1.02.2007

Auf ein Neues!

Ein neues Jahr hat begonnen und Manneken Pis, an dem der diesjährige Jahreswechsel aufgrund seiner Verstrickungen in endlos-sinnlose Diskussionen über die weitere Gestaltung der angebrochenen Nacht nahezu unbeachtet vorübergezogen ist, weiß nun nicht, ob er sich emotionell noch im Alten oder bereits im Neuen angelangt sehen soll.

Er wird auf jeden Fall an diesem stillen Örtchen des Öfteren das Wort ergreifen und mal mehr, mal weniger Sinniges von sich geben - soviel sei versprochen!

Ansonsten: es bleibt im Grunde ja doch alles beim Alten!

12.29.2006

Ihr Anliegen ist unser Problem!

Manneken Piss war heute exakt zu jenem Zeitpunkt zu Besuch in den heiligen Hallen der Gebiets- kranken- kasse, als ein von dort ausgesandter, zumindest dem Namen nach mit gutem "Wille" sicher bemühter Mitarbeiter an die Pforte des aus genanntem Umstand nicht zuhause anwesenden Manneken Piss vergeblich klopfte!

Eben wegen jenem vergeblichen nach Einlaß Begehrens hinterließ der Willige - sich um einen freundlichen Krankenbesuch Bemühende - ein Schreiben, nach welchem eben jenes Krankengeld, welches zu beantragen der Grund der Nicht-Anwesenheit des Manneken Pis war, infolge der Nicht
-Anwesenheit in Folge nicht mehr gewährt werden würde!

Vorausgeschickt sei allen Besorgten zum Troste, daß Manneken Pis sein Geld sehr wohl erhalten wird, nur möchte er seinen Leidensweg anhand des folgenden Telefonprotokolls schildern und damit die Service-Wüste der hier ansässigen Krankenversicherungsanstalt aufdecken:

"Herzlich willkommen bei der hiesigen Krankenversicherungsanstalt! Ihr Anliegen ist unser Problem! Sie werden in Kürze zu der gewünschten Nebenstelle verbunden!" (Beliebig oft zu wiederholen, zumindest aber für den Zeitraum von geschätzten 5 Minuten) "Da die gewünschte Nebenstelle derzeit nicht erreichbar ist, leiten wir Sie in unsere sprachgesteuerte Vermittlungszentrale weiter!" - tuut - "Wenn Sie x wünschen, sprechen Sie z, wenn Sie z wünschen, sprechen Sie y, da Sie anscheinend gar nichts wünschen, verbleiben Sie in der Leitung - sie werden zur Vermittlung verbunden!" - tuut - "Herzlich willkommen bei einer anderswo ansässigen Krankenversicherungsanstalt-Filliale (Anm. des Herausgebers: 50km! entfernt!)..." - tuut - (wie gehabt beliebig oft zu wiederholen, darauf folgend ist die sprachgesteuerte Vermittlung zu wiederholen, und daran anschließend das gesamte Prozedere...)

Manneken Pis hat vor Ende seines Telefonguthabens auf der Wertkarte das Handtuch geworfen. Es befinden sich nun vier Zigaretten weniger in der Packung - folglich wurden zumindest 20 Minuten kostbare Lebenszeit ans Hängen in der Warteschleife verschenkt! Manneken Pis ist versucht, sich an der Strippe zu erhängen...

PS I: Das Telefonprotokoll ist zwar nur sinngemäß anstatt wortwörtlich wiedergegeben, Manneken Pis will jedoch weitere Zeitvergeudung vermeiden und hat demgemäß sinn-gekürzt...

PS II: Es lebe die Bürokratie!

12.23.2006

Glüh(sch)wein

Alle Jahre wieder, so auch dieses Jahr, jährt sich des Großen Manitus' Sohn Geburtstag, und alle Welt fühlt sich verpflichtet, selbigen gebührend zu begehen. Manneken Pis bleibt wohl oder übel nichts erspart, auch nicht das globale Geburtstags- fest, und er muss sich kniebeugend in Weihnachtsfriede ergeben.

Aufgrund der prekären gegenwärtigen Finanzsituation jedoch wurde die Entscheidung gefällt, auf das Fällen eines Christbaums ebenso wie auf das Schenken von Geschenken weitgehend zu verzichten. Hieraus ergibt sich nun jedoch eine sehr missliche emotionelle Situation, denn selbst wenn es Manneken Piss gelingen sollte, seine Liebsten dieses Jahr ausschließlich mit seiner Gegenwart zu erfreuen (und er gibt zu, es gelingt ihm kaum...), so werden diese wiederum kaum darauf verzichten, ihn selbst zu beschenken!

Da steht er nun, der arme Tor, und ist so klug als wie zuvor - denn einerseits lässt es die Diätkur seiner Brieftasche nicht zu, sich in das adventliche Shoppingtreiben zu stürzen, und andererseits will er sich nicht die Blöße geben, mit einem Lächeln vom linken bis zum rechten Ohr Päckchen entgegen zu nehmen und die wohlgemeinte liebevolle Geste des Schenkens unbeantwortet zu belassen. Für wahr eine vertrackte Situation...

Warum nur wird wie sonst bei einem Geburtstagsfest nicht ausschließlich das Geburtstagskind selbst beschenkt, sondern nur die große Schar der anwesenden Feiertagsgäste? Vielleicht lässt sich in all den Beteiligungsverstrickungen des Vatikans auch der Mitbesitz zahlreicher Einkaufszentren nachweisen - das würde eine Erklärung sein für die wiederspruchslose Duldung dieses Verhaltens durch die glaubenshöchste Instanz?!

In diesem Sinne schüttelt Manneken Piss mit einem von Herzen kommenden "Frohe Weihnachten Euch allen!" ab und verabschiedet sich bis demnächst. Zündet eine Kerze an für alle, die heuer von Geschenken und ihren Liebsten unbedacht bleiben - derer gibt es viel zu viele!!!

12.03.2006

Freude, schöner Götterfunke!

Gestern ist Manneken Pis wieder einmal - nun, sie sei hier fortan so genannt - "Momo" über den Weg gelaufen und hat in sein Gesicht ein Lächeln gezaubert!

Dies ist eine eher seltenes Mienenspiel auf Manneken Pis Gesichtsoberfläche, denn zum Lachen findet er wenig in dieser auf Tags reduzierten Welt.

Nun, bei Momo handelt es sich um ein sogenanntes "Einser-Steinchen", und Manneken Pis hofft, noch über mehrere Begegnungen berichten zu können.

Eine Unterhaltung mit Momo gestaltet sich grundsätzlich aufgrund von Sprachbarrieren mittelmäßig kompliziert: ER, Muttersprache deutsch - SIE, Muttersprache italienisch. Manneken Pis, der im Italienischen lediglich den Satz "Scusami, io non parlo italiano!" beherrscht, was für gewöhnlich bei Italienischsprachigen wahre Wortwasserfälle
auslöst, zu denen er nur mehr verweigernd-ablehnend den Kopf schütteln und die Hände abwehrend erhaben kann, ist nun berechtigterweise zuhöchst erfreut über den Umstand, daß Momo zu seinem Glück eine der wenigen Italienerinnen ist, welche ein gutes Englisch spricht. Das ermöglicht zumindest eine rudimentäre Kommunikation.

Thema derselben am gestrigen Abend, im angenehmen Ambiente einer von Gemälden gekachelten und mit zum Lümmeln einladenden Couchen ausgestatteten Bar, war die existentielle Notwendigkeit, sich zeitweise an Orte wie eben besagter Bar zurückziehen zu müssen.

Solche Lokalitäten als Kontrapunkt zum partygeil pulsierenden Saturday Night Fever gibt es in der das Zentrum der Berg- und Schluchtenbewohner darstellenden Studentenstadt selten - ganz im Gegensatz zu Krakau, wo man von einer einzigartigen Kneipe in die Nächste stolpern kann und keine der anderen gleicht!

Hierzulande scheint es zwingend zu sein, sich einer strengen Kleiderordnung zu unterwerfen, und dabei kleidet man sich nicht nur textil, sondern auch im Denken und Handeln gruppendynamisch uni. Das erschwert das Dasein als Individuum, macht es teils sogar unmöglich, sich als Solches zu behaupten. In Lokalitäten wie der oben Genannten jedoch drängt der sanft flackernde Kerzenschein die Massen zurück in das Brodeln draußen und man darf sein wie man ist: ehrlich, offen, natürlich!

Sich der Maslowschen Bedürfnispyramide erinnernd, meint Manneken Pis, die Mehrheit der ihn Umgebenden werde es niemals über die 3. Stufe hinaus schaffen, was den Betroffenen auch wenig erstrebenswert zu sein scheint. Individuell sein zu dürfen ist ansich eine existentielle Notwendigkeit, meint man: die Praxis beweist jedoch, daß Konformität und Kongruität in einer Tag-Society höchstes Ziel ist! Aus diesem Grunde ist Lächeln selten in Manneken Pis Gesicht...

Einser-Steinchen Momo schien sehr erfreut zu sein über den Verlauf des Abends und verabschiedete sich mit einem herzlich-innigen Küsschen und dem Wunsch nach einer Wiederholung! Aus diesem Grunde ist heute Lächeln in Manneken Pis Gesicht...

11.25.2006

Don't Panik!

Selbst Manneken Pis hat es nicht miterlebt, aber es soll ja Blogger geben, welche diese prähistorischen Zeiten miterlebt haben und sich an die leeren Straßen an den autofreien Sonntagen anno 1973 erinnern. Auch Japan war damals von der Ölkrise stark betroffen.

Um die
relativ hohe Inflationsrate einzudämmen, die von steigenden Ölpreisen weiter in die Höhe getrieben wurde, gab die japanische Regierung im Frühjahr 1973 bekannt, unter anderem die Ölimporte strikt zu reglementieren.

Wenn die Ölpreise steigen, machen wir uns vor allem darüber Gedanken, dass Diesel und Benzin teurer und damit unser Lieblingsspielzeug Auto noch kostspieliger wird. Die Geschichte zeigt jedoch, daß sich dieser Umstand auch auf ganz andere alltägliche Bereiche - teils sogar viel katastrophaler - auswirken kann!

Im Herbst 1973 verfiel der Kurs des Yen gegenüber dem Dollar immer mehr und so kam schließlich irgendwann einmal das Gerücht auf, dass die Ölimport-Rationierungen auch zu Produktions-Engpässen bei der Herstellung von Toilettenpapier führen würden.

Dieses Gerücht löste nun eine Massenpanik von kaum vorstellbaren Ausmaßen aus und besorgte Hausfrauen stürmten die Supermärkte, um noch schnell das letzte vorhandene Toilettenpapier aufzukaufen. Daraus resultierten leergeräumte Regale, was das Gerücht von der WC-Papier-Knappheit zu bestätigen schien, was wiederum zu weiteren Hamsterkäufen und einer wahren "Toilettpapier-Panik" führte...

Die heutige Illustration zeigt schließlich den Höhepunkt der eskalierenden Situation Anfang November: in einem Supermarkt in Amagasaki (Präfektur Hyogo) wurde am 2. November 1973 eine 83-jährige Frau im Kampf um das begehrte Papier in einer Massenschlägerei von Hausfrauen niedergetrampelt! Sie brach sich das rechte Bein und zog sich schwere Verletzungen zu.

Das Ministry of International Trade and Industry sah sich daraufhin veranlasst, öffentlich zu versichern, dass die Versorgung der japanischen Bevölkerung mit Toilettenpapier gesichert sei und
und drängte die Produzenten, alle bislang gelagerten Vorräte auf den Markt zu werfen. Trotzdem stieg der Preis für das knappe Gut sprunghaft an die Bevölkerung wurde eindringlich darum gebeten, von weiteren Panikkäufen Abstand zu nehmen!

Interessanterweise gab es Mitte der 1970er Jahre eine ähnliche Entwicklung in Hawaii, wo die Nachschubprobleme in der Ölversorgung nicht nur zu langen Schlangen an den Zapfsäulen sondern auch zum Sturm auf's WC-Papier führten. Zwar waren hier keine Opfer zu beklagen, die Ausgabe des Papiers wurde aber zeitweise auf eine Rolle pro Person pro Einkauf rationiert!

Manneken Pis wird sich angesichts dieser Fakten für den vorweihnachtlichen Einkaufstrubel und die Schlacht um's beste Weihnachtsgeschenk mit Schlagstock, Elektroschocker und Pfefferspry rüsten.

Hoffen wir, daß der Ölpreis bis auf Weiteres stabil bleibt,
damit wir in aller Besinnlichkeit den Advent genießen zu können!

11.24.2006

Und der Mörder ist wieder...

...mal nicht der Gärtner, nein, der Mundschenk (fr. sommelier) ist Schuld!

Man verkostete in illustrer Runde zu Frank Zappas Ehren Rote und weiß jetzt, in wie vielen Länder Selbige produziert werden - gemessen an der heutigen Befindlichkeit muss die Welt zu klein sein für all die fleißigen Weinbauern...

Dem zum Trotz oder gerade wegen der vielen Flüssigkeit lebte auch wieder die Diskussion rund um das Thema auf. Diesmal verlagerte es sich sogar vom stillen Ort an den lauten Tisch - keine Sorge, nein, nicht das Geschäft, nur das Gespräch - aber es ging wie eben so oft eben um das Geschäftliche!

Anbei: Manneken Pis hofft, daß DJ M. nicht auf seine Zusage vergisst und hier endlich mal ein pseudowissenschaftlicher, in der Psychologie verwurzelter Gastbeitrag zum Thema "Flachspüler und europäische Reaktionen" veröffentlicht werden kann, der breite Anerkennung finden sollte!

Es wurden wieder ein paar Fach-Termini entdeckt, deren Gebrauch die gute Kinderstube erzwingt, deren Nutzung im Tagesgespräch selbige aber auch schon wieder verbietet. Hier eine Lister derselben: möge der geneigte Leser sich dazu beflissen fühlen, Gastkommentare dazu zu verfassen:
  • Wickler,
  • Falter &
  • Knüller;
  • Flucht- &
  • Drang-Pisser
  • Rohrkrepierer
Abschließend einen besonderen Gruß an meinen Freund Onkel - das nächste Mal wird die Kampfzicke vernichtet - und grüß mir Maria-Martina-Martha-oder-wie-immer-sie-heißen-mag herzlichst!

Meine Freunde, lebt wohl bis zur nächsten
Zappanade, Euer seinen Kopf aus Cerberus Maul reißender Manneken Pis...

PS: Entgegen der weitverbreiteten Meinung ist das einleitende Foto KEIN Portrait des Verfassers und Herausgebers!

11.23.2006

Happy Toilet, Healthy Life

Nachtrag zum 19. November 2006, dem "Welttoilettentag"

Seit 2001 veranstaltet die Welttoilettenorganisation jährlich den "World Toilet Summit", welcher am 19.11.2006 stattfand - diesmal in Bangkok unter dem Motto “Happy Toilet, Healthy Life”.

Der Welttoilettentag will Tabus beseitigen und Verantwortliche in Politik und Wirtschaft wachrütteln, denn noch immer ist für einen großen Teil der Menschheit das Toilettenproblem eine X-Akte und somit ungelöst!

Eine Forderung der Welttoilettenorganisation besteht zum Beispiel darin, daß die Regierungen mindestens 3% ihrer Ausgaben für Sanitär- und Wasserversorgung aufwenden! Für den Österreichischen Staat würde dies unter Berücksichtigung des Jahresbudgets 2006 bedeuten, daß von den EUR 66.172.000.000 also EUR 1.985.160.000 - in Worten "Euro einemilliardeneunhundertfünfundachtzigmillionen- einhundertsechzigtausend" im wahrsten Sinne des Wortes ins Klo gespült werden! Gehen wir davon aus, daß laut Statistik Austria und der letzten Volkszählung im Jahre 2001 in Österreich 8.032.857 Menschen leben, ergibt dies eine "Pro-Kopf-Spülung" von EUR 247,13 pro Jahr, was täglichen Klo-Kosten von EUR 20,59 pro Kopf und Nase entspricht!

Stellen wir dem entgegen, daß die Richtsätze der Grundsicherung für einen Alleinstehenden wie Manneken Pis monatlich gerade mal EUR 421,30 betragen, was einem Tagsatz von EUR 14,04 entspricht.

Jetzt ist kurzes Kopfrechnen angesagt: tägl. EUR 14,04 Grundsicherung minus EUR 20,59 "Klo-Kosten" ergibt eine Pro-Kopf-Verschuldung von EUR -2.390,75 pro Jahr! Wiederum auf alle Österreicher umgelegt, bedeutet dies, daß unsere Staatsbürgergemeinschaft jährlich den gigantischen Schuldenberg von EUR -19.204.552.872 - in Worten "Euro neunzehnmilliardenzweihundertviermillionenfünfhundertzweiund- fünfzigtausenachthundertzweiundsiebzig" versch***st!

Und da haben diese Lästerer und Schandmäuler, die unser schönes Land am Strome rund um all die vielbesungenen Dome besiedeln, nichts Besseres zu tun als sich darüber amüsierend zu beklagen, daß sich Rot-Schwarz wie Kinder in der Sandkiste nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen können?! Immerhin könnte man ja von den oben genannten 3% des Jahresausgabenbudgets 18 Stück Eurofighter kaufen!

Für die österreichische Bevölkerung würde dies bedeuten, daß nahezu alle Diskussionen ein Ende und wir endlich mal wieder eine Regierung UND eine zumindest laut Whitepaper funktionierende Luftraum-Überwachung hätten! Lasse sich der geneigte Leser dies mal durch den Dickdarm gehen!!!

Manneken Pis sitzt nun und grübelt, ob er einen öffentlichen Aufruf an das österreichische Volk starten soll, daß es sich aus Gründen der Sparsamkeit in Zukunft "verkneifen" soll, den "Stein der Weisen" "abzudrücken" - oder ob auf alle Sparsamkeit und ebenso die Luftraumverteidigung gesch***en sei - sei's drum...

Nun gut, zugegeben, ist alles nur ein rein theoretisches Zahlenspiel, denn niemand muss für's Sch****en direkt "abdrücken", aber dennoch recht unterhaltsam...

11.17.2006

Legosophische Gesellschaft

Es sind inzwischen auch schon wieder einige Winter ins Land gezogen, seit Manneken Pis dazumals, anno irgendwas, seinen Freund, den Schreibfederführer, in Oberösterreich kennen lernen durfte und mit ihm tage- und bier(fass)weise ausgiebigst legosophierte.

Auch der Nichteingeweihte wird mir zustimmen: Lego ist mehr als nur Spielzeug! Lego ist der Traum eines jeden Mannes von den Tagen seiner Kindheit an bis hinein ins hohe Alter, wo es ihm schwierig wird, auf Knien zu robben und Steinchen für Steinchen in kreativem Konstruktivismus zu verbauen.

Lego bietet einen Ansatz für die kritische Betrachtung unserer Gesellschaft und zur Kategorisierung unserer Mitmenschen. Wie viele eben Jener sind so blass und farblos, daß sie in der Masse unterzugehen drohen und von obiger Stelle nur allzugerne manipuliert und demagogisiert werden?! All diese 8er-Steinchen, aus denen sich die breite Basis bildet, mit der man klotzen kann bis zum Umfallen!

Geschätzt und geliebt werden auch die 4er-Steinchen, welche die Schlusssteine sind in den versetzten Bausteinreihen des Mauerwerks und es dem Erbauer ermöglichen, die tragenden Wände mit geradem Abschluss zu beenden.

Doch jeder Lego-Konstrukteur weiß, daß ein Bauwerk mehr als nur Bollwerk ist und zum Gefallen auch die Ausprägung von Details benötigt! Somit schätzt und liebt er die 6er-, und 2er-Steinchen, welche so selten, begehrt und kostbar sind.

Manneken Pis selbst umgibt sich gerne mit seltenen, ausgefallenen Exemplaren der Gattung Mensch, welche durch eine besondere Begabung und hohe Verstandesleistung auffallen. Selbigen verleiht er nun gerne - gemessen an der Häufigkeit des Vorkommens - das Prädikat "Einser-Steinchen".

Ein solches 1er-Steinchen durfte er neulich kennenlernen, noch dazu ein Weibliches, was ihm besonders gefiel! Leider aber eben ist Selbiges geografisch weit entfernt angesiedelt und wieder einmal war es nur ein einziger Abend, der gemeinsam verbracht werden durfte. Es soll aber eben Selbiger als Glanzstück in die Sammlung der seltenen und kostbaren Augenblicke aufgenommen werden, welche Manneken Pis sein Eigen nennt, und beizeiten die Erinnerung daran hervorgeholt und aufpoliert werden!

Wenigstens wurde der Kilometerstand ein wenig aufgebessert...

11.13.2006

Trip to Outer Space

Es ist definitiv Herbst! Das zumindest muss Manneken Pis beim alltäglichen Blick aus dem Fenster feststellen, das er nun nur noch zwecks Schocklüftung zu öffnen wagt.

Unter den Berg- und Schluchtenjodlern gibt es Manche, welche die Erfindung des sythetischen Duftöls in höchsten Tönen besonders während der ein- bis zwei Handvoll Wintermonate belobpreisen. Sofern man sich beim Holzhacken nicht seines besten Stücks entledigt hat, gelingt es Mann auch ohne Zuhilfenahme der Zehen jene Monate zu zählen, an denen man hierzulande NICHT sicher mit FKK-freundlichen oder zumindest auch noch in leichter Bekleidung erträglichen Temperaturen rechnen kann.

Wir leben also in einer Region, an der die globale Erderwärmung zumindest am Heizkessel spurlos vorübergeht und es besonders während jener Tage, welche kürzer als deren dazugehörigen Nächte sind, oberstes Gebot im Sinne eines gesunden Körpers rund um den gesunden Geist ist, sich durch Mode im Onion-Style präventiv vor dem sicheren Erfrierungstod zu schützen.

Manneken Pis wünscht sich weit weg.
Zum Beispiel nach Australien, wohin ein Gipfelsieg sich (vor ihm?) verflüchtigt hat. Dort könnte er zumindest auch tagsüber Schäfchen zählen und würde downunders wohl wohliger ruhen als schlaflos in - nunja, definitiv nicht Seattle, aber der genaue Standort soll Eingeweihten vorbehalten bleiben...

Wie weit weg aber nun, das ist die Frage des heutigen Tages. Ob 400 km eine sichere Entfernung darstellen, ist nicht nur eine Angelegenheit des Kartesischen Koordinatensystems, sondern auch abhängig von Faktoren wie Raum-Zeit-Krümmung, NN, Reisedauer, etc.. Manneken Pis wird sich aber dennoch eingehend dieser Frage widmen, ob er mit einem Kurztrip an einen 400 km entfernten Ort zumindest vorübergehend glücklicher wird und es ihm - ebenfalls zumindest vorübergehend - wenigstens an den Zehen und einen knappen Meter darüber wärmer werden mag.

Gen Osten liegt in genannter Entfernung Afrika, mit zunehmender Entfernung von NN befindet sich das den heutigen Post illustrierende Örtchen. Der geneigte Leser sei nun aufgefordert, das Reiseziel zu erraten und interessante Tips zur Abendgestaltung abgeben...

11.07.2006

Kettensägenmassaker

Manneken Pis ließ heute morgen - seines Morgens, also mittags - das Rollo nach oben rattern, warf einen Blick durchs Fenster ins Draußen und fühlte sich von seinem Nachbarn reichlich ans Bein gepisst! Selbiger ist kein Nachtaktiver, sondern Frühmorgenssportler, und metzelt im rustikalen Remake des "Chainsaw Massacres" alles Gehölz im Garten nieder.

Kaum jedoch, daß sich des Schreibers bindehautentzündetes Glubschauge an das gleißende Sonnenlicht gewöhnt und er sich ein bis zwei Tassen Kaffee einverleibt hat, ist es auch schon vorbei mit dem schlafraubenden Lärm und man könnte sich wieder in die wohlig warmen Kissen kuscheln, wären die zwischenzeitlich nicht längst erkaltet wie das Herz des Schreibers, wenn es um die Nachbarschaft geht. Manneken Pis fühlt sich verschaukelt, zum Kasperl degradiert.

"Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" ist ein weiser Spruch, der hinkt auf beiden Beinen. Hat man es erst einmal geschafft, sich selbst mit all dem Rattenschwanz von Ticks und Eigenheiten und Absonderlichkeiten ohne ständige Selbstzweifel-Sturzflugattacken so anzunehmen wie man ist, und kann sich fortan im Spiegel betrachten ohne selbigen mit einer geraden Rechten zertrümmern zu wollen, und hat man sich nun endlich ein lebendiges Lächeln auf die Lippen zaubern können, mit dem man sich der Welt um den Hals werfen und ihr seine Liebe gestehen könnte, ja DANN!...

Dann kommt sicher einer und motorsägen- oder rasenmäher- oder laubsaugermetzelt, was das Zeug hält, und bringt einen um die Nacht/Tag-Ruhe und den dringend benötigten Schönheitsschlaf. Schon ist es vorbei mit Erholung und Entspannung und man wünscht entweder sich selbst (aus Gründen der dort angeblich vorherrschenden eremitagen Ruhe) oder eben seinen Nächsten (zwecks Entfernung zur Schaffung der gewünschten räumlichen Distanz) auf irgendeinen Gipfel des Himalaya.

Manneken Pis verflucht seinen Nachbarn, der ihn so unsanft geweckt hat, und auch sich selbst, denn nun ist es mit der Nächstenliebe zumindest bis auf Weiteres vorbei. Er fühlt sich, wie erwähnt, beinbepinkelt und hofft, daß der Missmut sich wie der Morgennebel in Wohlbefinden auflösen wird - es gäbe schließlich viel zu tun heute...